Die eGFR schätzt, wie viel Blut Ihre Nieren pro Minute filtern. Normal sind über 90 ml/min/1,73 m². Eine chronische Nierenerkrankung liegt vor, wenn die eGFR länger als drei Monate unter 60 bleibt oder Nierenschäden wie Eiweiß im Urin bestehen. Ein Wert von 55 entspricht Stadium G3a – häufig bei älteren Menschen, gut zu beobachten und meist ohne Beschwerden.
| Kategorie | Referenzbereich |
|---|---|
| G1 – normal oder hoch | ab 90 ml/min/1,73 m² |
| G2 – leicht vermindert | 60–89 ml/min/1,73 m² |
| G3a – leicht bis mäßig vermindert | 45–59 ml/min/1,73 m² |
| G3b – mäßig bis stark vermindert | 30–44 ml/min/1,73 m² |
| G4 – stark vermindert | 15–29 ml/min/1,73 m² |
| G5 – Nierenversagen | unter 15 ml/min/1,73 m² |
Stadien nach KDIGO. G1 und G2 gelten nur dann als Nierenerkrankung, wenn zusätzlich Zeichen eines Nierenschadens vorliegen, etwa Eiweiß im Urin. Viele Labore geben Werte über 60 oder 90 nur als „über 60“ bzw. „über 90“ an.
GFR steht für glomeruläre Filtrationsrate: die Blutmenge, die die winzigen Nierenfilter pro Minute reinigen. Sie direkt zu messen ist aufwendig, deshalb wird sie geschätzt – daher das „e“ für „estimated“. Deutsche Labore berechnen sie meist mit der CKD-EPI-Formel aus Kreatinin, Alter und Geschlecht; manche zusätzlich mit Cystatin C.
Die Angabe „/1,73 m²“ bezieht den Wert auf eine durchschnittliche Körperoberfläche, damit Menschen unterschiedlicher Größe vergleichbar sind. Bei sehr großen, sehr kleinen oder sehr muskulösen Menschen kann die Schätzung ungenau sein.
Ab etwa 40 Jahren sinkt die GFR natürlicherweise um rund 1 ml/min pro Jahr. Bei einem 80-jährigen Menschen ist eine eGFR um 60 deshalb häufig und nicht automatisch Ausdruck einer Krankheit, besonders wenn der Urin unauffällig ist und der Wert stabil bleibt.
Trotzdem zählt der Wert: Mit sinkender eGFR werden viele Medikamente langsamer ausgeschieden. Ärztinnen, Ärzte und Apotheken passen deshalb Dosierungen an die Nierenfunktion an.
KDIGO bewertet die Nierenfunktion immer zusammen mit dem Albumin im Urin, gemessen als Albumin-Kreatinin-Quotient: unter 30 mg/g normal (A1), 30–300 mg/g mäßig erhöht (A2), über 300 mg/g stark erhöht (A3).
Eine eGFR von 55 mit normalem Urin hat ein deutlich geringeres Risiko als eine eGFR von 55 mit viel Eiweiß im Urin. Fragen Sie deshalb bei einer erniedrigten eGFR nach diesem einfachen Urintest, besonders bei Diabetes oder Bluthochdruck.
Eine erniedrigte eGFR besprechen Sie in der Hausarztpraxis; dort wird die Kontrolle geplant und auf Blutdruck, Blutzucker und Medikamente geachtet. Zügig ärztliche Hilfe brauchen Sie bei einem raschen Abfall der eGFR, deutlich weniger Urin, starken Schwellungen der Beine, Atemnot oder Verwirrtheit; in schweren Fällen über 112.
Erstellt auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen folgender Organisationen:
Sie müssen die Zahlen nicht selbst deuten: Fotografieren Sie den Befund, und die App erklärt „GFR niedrig“ und alle weiteren Werte in einfacher Sprache — was normal ist und worauf Sie achten sollten.
App StoreGoogle PlayWeb-VersionSie liegt an der Grenze zwischen Stadium G2 und G3a. Bei älteren Menschen mit unauffälligem Urin ist das häufig und meist kein Grund zur Sorge, sollte aber in Abständen kontrolliert werden.
Sie entspricht Stadium G3a, einer leicht bis mäßig eingeschränkten Nierenfunktion. Bleibt sie über drei Monate bestehen, spricht man von einer chronischen Nierenerkrankung, die meist gut mit Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle begleitet werden kann.
Ja, vorübergehend. Flüssigkeitsmangel lässt das Kreatinin steigen und die eGFR sinken. Nach ausreichendem Trinken normalisiert sich der Wert meist wieder.
Die Formel, mit der die meisten Labore die eGFR aus Kreatinin, Alter und Geschlecht berechnen. Sie ist genauer als ältere Formeln, besonders im Bereich über 60.
Ja, wenn der Wert durch Flüssigkeitsmangel, einen Infekt oder ein Medikament vorübergehend gesunken war. Bei einer chronischen Nierenerkrankung geht es vor allem darum, das weitere Absinken zu bremsen – mit gut eingestelltem Blutdruck und Blutzucker, Rauchstopp und Vorsicht bei nierenbelastenden Medikamenten.
In der Regel bei einer eGFR unter 30, bei deutlich Eiweiß im Urin oder wenn die Nierenfunktion schnell abnimmt. Die Hausarztpraxis entscheidet über die Überweisung.
Dieser Text dient der allgemeinen Information, ist kein ärztlicher Befund und ersetzt keine ärztliche Beratung. Referenzwerte hängen vom Labor und der Methode ab — maßgeblich ist der Bereich auf Ihrem eigenen Befund. Die abschließende Beurteilung trifft die Ärztin oder der Arzt.