Kreatinin ist ein Abbauprodukt der Muskeln, das über die Nieren ausgeschieden wird. Als obere Grenze gelten meist 1,2 mg/dl (106 µmol/l) bei Männern und 0,9 mg/dl (80 µmol/l) bei Frauen. Ein Wert von 1,3 mg/dl kann eine eingeschränkte Nierenfunktion anzeigen – oder bei einem muskulösen Mann nach Krafttraining und Steak völlig normal sein. Deshalb wird er immer mit der eGFR bewertet.
| Kategorie | Referenzbereich |
|---|---|
| Männer | ca. 0,7–1,2 mg/dl (62–106 µmol/l) |
| Frauen | ca. 0,5–0,9 mg/dl (44–80 µmol/l) |
| Kinder | deutlich niedriger, altersabhängig |
Umrechnung: mg/dl × 88,4 = µmol/l. In Österreich und der Schweiz wird häufig µmol/l angegeben. Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor und Messmethode: Maßgeblich ist der Referenzbereich auf Ihrem Befund.
Kreatinin entsteht gleichmäßig in den Muskeln und wird fast vollständig über die Nieren ausgeschieden. Arbeiten die Nieren schlechter, sammelt es sich im Blut an. Der Wert ist deshalb ein einfacher, preiswerter Hinweis auf die Nierenfunktion und Teil fast jeder Routine-Blutuntersuchung.
Er hat aber eine bekannte Schwäche: Kreatinin steigt oft erst deutlich an, wenn die Filterleistung schon um etwa die Hälfte gesunken ist („kreatininblinder Bereich“). Umgekehrt hängt es stark von der Muskelmasse ab. Deshalb rechnet das Labor daraus die eGFR, die Alter und Geschlecht berücksichtigt.
Ob ein Wert von 1,2 oder 1,3 mg/dl auffällig ist, hängt von der Person ab:
Nicht jeder erhöhte Wert bedeutet, dass die Nieren krank sind. Häufige harmlose Gründe:
Ist die Nierenfunktion tatsächlich eingeschränkt, sind die häufigsten Ursachen in Deutschland Bluthochdruck und Diabetes. Weitere Gründe sind Entzündungen der Nierenkörperchen, Zystennieren, eine vergrößerte Prostata, die den Harnabfluss behindert, Herzschwäche und Nierenschäden durch Medikamente, etwa durch die regelmäßige Einnahme bestimmter Schmerzmittel.
Zur Abklärung gehören meist: Wiederholung von Kreatinin und eGFR, ein Urintest auf Eiweiß (Albumin-Kreatinin-Quotient), Blutdruckmessung und ein Ultraschall der Nieren. Manche Labore bestimmen zusätzlich Cystatin C, das nicht von der Muskelmasse abhängt und daher bei sehr muskulösen oder sehr zierlichen Menschen hilft.
Trinken Sie normal, ohne große Mengen zu erzwingen. Verzichten Sie in den zwei Tagen vor der Kontrollmessung auf schweres Krafttraining, Kreatin-Präparate und große Fleischportionen. Nehmen Sie rezeptfreie Schmerzmittel nicht dauerhaft ohne Rücksprache ein. Bei bekannter Nierenschwäche müssen viele Medikamente in der Dosis angepasst werden – erwähnen Sie Ihren Wert bei jeder Verordnung und in der Apotheke.
Ein leicht erhöhter Wert wird in der Hausarztpraxis besprochen und meist nach einigen Tagen bis Wochen kontrolliert. Zeitnah ärztliche Hilfe brauchen Sie bei:
Erstellt auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen folgender Organisationen:
Sie müssen die Zahlen nicht selbst deuten: Fotografieren Sie den Befund, und die App erklärt „Kreatinin erhöht“ und alle weiteren Werte in einfacher Sprache — was normal ist und worauf Sie achten sollten.
App StoreGoogle PlayWeb-VersionMeist ab 1,2 mg/dl bei Männern und ab 0,9 mg/dl bei Frauen. Ob das auf eine Nierenschwäche hinweist, hängt von Alter, Muskelmasse und eGFR ab.
Das sind etwa 115 µmol/l. Bei jungen, muskulösen Männern kann das normal sein, bei älteren oder zierlichen Menschen spricht es eher für eine eingeschränkte Nierenfunktion. Die eGFR hilft bei der Einordnung.
Ja. Kreatin aus Nahrungsergänzungsmitteln wird teilweise in Kreatinin umgewandelt und kann den Wert ansteigen lassen, ohne dass die Niere geschädigt ist. Sagen Sie der Praxis, wenn Sie Kreatin einnehmen.
Seelischer Stress nicht direkt. Starke körperliche Belastung, Flüssigkeitsmangel oder Fieber können den Wert jedoch vorübergehend anheben.
Kreatinin ist der gemessene Wert. Die eGFR wird daraus mit Alter und Geschlecht berechnet und gibt an, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern. Sie ist für die Einschätzung aussagekräftiger.
Dieser Text dient der allgemeinen Information, ist kein ärztlicher Befund und ersetzt keine ärztliche Beratung. Referenzwerte hängen vom Labor und der Methode ab — maßgeblich ist der Bereich auf Ihrem eigenen Befund. Die abschließende Beurteilung trifft die Ärztin oder der Arzt.