Abkürzungen im Blutbild und bei Laborwerten: die Liste
Die meisten Abkürzungen auf dem Laborbefund stammen aus dem Lateinischen oder Englischen: Hb ist Hämoglobin, HKT der Hämatokrit, MCV, MCH und MCHC beschreiben Größe und Farbstoffgehalt der roten Blutkörperchen, GOT, GPT und γ-GT sind Leberwerte. Hier finden Sie die gängigen Kürzel deutscher, österreichischer und Schweizer Labore mit Bedeutung.
Aktualisiert: 2026-10-26
Rotes Blutbild: Ery, Hb, HKT, MCV, MCH, MCHC, RDW
Diese Werte beschreiben den Sauerstofftransport. Die Indizes MCV, MCH und MCHC werden aus den drei ersten Werten berechnet und helfen, die Ursache einer Blutarmut einzugrenzen.
Ery (Erythrozyten): Zahl der roten Blutkörperchen, Einheit /pl oder T/l.
Hb (Hämoglobin): roter Blutfarbstoff, in Deutschland meist g/dl, manchmal mmol/l; in der Schweiz oft g/l.
HKT oder Hk (Hämatokrit): Anteil der Zellen am Blutvolumen, in % oder l/l.
MCV: mittleres Volumen eines roten Blutkörperchens in fl; niedrig zum Beispiel bei Eisenmangel, hoch etwa bei Vitamin-B12- oder Folsäuremangel.
MCH: mittlerer Hämoglobingehalt pro Zelle in pg (auch „HbE“).
MCHC: mittlere Hämoglobinkonzentration in den Zellen, in g/dl.
RDW: wie unterschiedlich groß die roten Blutkörperchen sind; erhöht bei Mischbildern und beginnendem Mangel.
Retis (Retikulozyten): junge rote Blutkörperchen, zeigen die Neubildung im Knochenmark.
Weißes Blutbild und Thrombozyten
Leuko (Leukozyten): weiße Blutkörperchen gesamt, Einheit /nl, G/l oder 10³/µl – alle drei bedeuten dasselbe.
Neutro, Seg und Stab: neutrophile Granulozyten, segmentkernig (reif) und stabkernig (jünger).
Lympho, Mono, Eos, Baso: Lymphozyten, Monozyten, eosinophile und basophile Granulozyten; angegeben in % (relativ) und /nl (absolut).
Thrombo oder PLT: Blutplättchen, ebenfalls in /nl oder G/l.
MPV: mittleres Volumen der Blutplättchen in fl.
Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse
GOT = AST (ASAT): Enzym aus Leber, Herz und Muskeln.
GPT = ALT (ALAT): Enzym, das vor allem in der Leber vorkommt.
γ-GT, GGT oder Gamma-GT: Enzym der Gallenwege, reagiert empfindlich auf Alkohol, Medikamente und Fettleber.
AP (alkalische Phosphatase): aus Gallenwegen und Knochen.
Bili ges. und Bili dir.: Gesamt- und direktes Bilirubin.
LDH: Laktatdehydrogenase, kommt in vielen Geweben vor; CHE: Cholinesterase, zeigt die Syntheseleistung der Leber.
Lipase: Enzym der Bauchspeicheldrüse.
Niere, Stoffwechsel, Fette
Krea (Kreatinin) und eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, meist nach CKD-EPI): Nierenfunktion.
Hst (Harnstoff) und HS (Harnsäure).
Na, K, Ca, Mg: Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium.
Glu oder BZ (Blutzucker, Glukose) und HbA1c (Langzeitzucker, in % und mmol/mol).
Zusätze auf dem Befund: Material, Einheiten, Hinweise
Vor oder hinter dem Namen steht oft das Material: S oder „Serum“, P oder „Plasma“ (Li-Heparin, Citrat), EDTA für Vollblut fürs Blutbild, U oder „Urin“. Das ändert nichts an der Bedeutung, nur am Röhrchen. „i.O.“ heißt in Ordnung, „n.b.“ nicht bestimmt, „Nachforderung“ ein später ergänzter Wert.
Wenn Ihnen ein Kürzel trotzdem rätselhaft bleibt oder ein markierter Wert Sorgen macht, sprechen Sie Ihre Hausarztpraxis an. Dringend wird es nicht wegen eines Kürzels, sondern bei Beschwerden wie hohem Fieber, Blutungen, starker Atemnot oder gelben Augen – dann zeitnah ärztlich abklären, im Notfall 112.
Quellen
Erstellt auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen folgender Organisationen:
Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL)
Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), Onkopedia
gesundheitsinformation.de (IQWiG)
MedlinePlus (U.S. National Library of Medicine)
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MCH ist der mittlere Hämoglobingehalt eines roten Blutkörperchens in Pikogramm. Ein niedriger MCH passt zu Eisenmangel, ein hoher zu großen roten Blutkörperchen, etwa bei Vitamin-B12- oder Folsäuremangel. Er wird immer zusammen mit Hb und MCV beurteilt.
Was ist der Unterschied zwischen GOT und GPT?
Beide sind Leberenzyme. GPT (ALT) kommt fast nur in der Leber vor und ist deshalb spezifischer für Leberzellen. GOT (AST) steckt auch in Herz- und Skelettmuskel und kann zum Beispiel nach Sport steigen.
Was bedeutet /nl oder G/l bei Leukozyten?
Beides heißt „Milliarden pro Liter“ und entspricht 1000 pro Mikroliter. Leukozyten 6,5 /nl, 6,5 G/l und 6,5 × 10³/µl sind also derselbe Wert.
Was heißt TSH basal?
Basal bedeutet, dass das TSH ohne vorherigen Stimulationstest gemessen wurde – also der ganz normale Ruhewert. Es ist der übliche Suchtest für die Schilddrüsenfunktion.
Was ist der Unterschied zwischen kleinem und großem Blutbild?
Das kleine Blutbild zählt Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit, Leukozyten, Thrombozyten und die Indizes. Das große Blutbild ergänzt das Differentialblutbild, also die Aufteilung der Leukozyten in ihre Unterarten.
Dieser Text dient der allgemeinen Information, ist kein ärztlicher Befund und ersetzt keine ärztliche Beratung. Referenzwerte hängen vom Labor und der Methode ab — maßgeblich ist der Bereich auf Ihrem eigenen Befund. Die abschließende Beurteilung trifft die Ärztin oder der Arzt.