Ob ein LDL-Cholesterin zu hoch ist, hängt von Ihrem persönlichen Herz-Kreislauf-Risiko ab – es gibt keinen einheitlichen Normwert. Ein LDL von 160 mg/dl (4,1 mmol/l) liegt für die meisten Erwachsenen über dem Ziel: Bei geringem Risiko gilt unter 116 mg/dl, bei sehr hohem Risiko unter 55 mg/dl. Ab 190 mg/dl wird an eine erbliche Ursache gedacht.
| Kategorie | Referenzbereich |
|---|---|
| Ziel bei niedrigem Risiko | unter 116 mg/dl (3,0 mmol/l) |
| Ziel bei mäßigem Risiko | unter 100 mg/dl (2,6 mmol/l) |
| Ziel bei hohem Risiko | unter 70 mg/dl (1,8 mmol/l) |
| Ziel bei sehr hohem Risiko | unter 55 mg/dl (1,4 mmol/l) |
| Verdacht auf erbliche Ursache | ab 190 mg/dl (4,9 mmol/l) |
Zielwerte nach den Empfehlungen von ESC/EAS. Umrechnung: mg/dl × 0,0259 = mmol/l. Ihr Risiko und Ihr Zielwert werden ärztlich festgelegt; der Referenzbereich auf dem Befund ist nur ein allgemeiner Anhaltspunkt.
LDL-Teilchen transportieren Cholesterin zu den Zellen. Ist zu viel davon im Blut, lagert es sich über Jahre in den Gefäßwänden ab und fördert Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall. Je länger und je höher das LDL erhöht ist, desto stärker wirkt es.
Deshalb gilt: Wer schon einen Herzinfarkt hatte oder Diabetes mit Organschäden hat, braucht ein viel niedrigeres LDL als eine junge, gesunde Nichtraucherin. Viele deutsche Labore drucken trotzdem einen allgemeinen Referenzbereich, etwa unter 160 oder unter 130 mg/dl. Ein Wert ohne Sternchen heißt deshalb nicht automatisch, dass er für Sie ideal ist.
Auf vielen Befunden steht „LDL berechnet“ oder „LDL nach Friedewald“. Dabei wird das LDL aus Gesamtcholesterin, HDL und Triglyceriden errechnet. Bei sehr hohen Triglyceriden (über 400 mg/dl) ist diese Rechnung ungenau; dann wird das LDL direkt gemessen oder das Non-HDL-Cholesterin (Gesamtcholesterin minus HDL) betrachtet.
Das LDL schwankt zwischen zwei Messungen um einige Prozent. Entscheidungen werden deshalb meist auf Grundlage von mindestens zwei Werten getroffen. Für das LDL müssen Sie in der Regel nicht nüchtern sein; nur wenn gleichzeitig Triglyceride bewertet werden sollen, bittet die Praxis meist darum.
Lebensstiländerungen senken das LDL meist um 5 bis 15 %, bei starker Umstellung auch mehr. Am wirksamsten sind: weniger gesättigte Fette, dafür pflanzliche Öle wie Raps- oder Olivenöl, Nüsse; mehr Ballaststoffe aus Hafer, Hülsenfrüchten, Gemüse und Vollkorn; regelmäßige Bewegung; Gewichtsabnahme bei Übergewicht; Rauchstopp.
Bei erblich bedingtem LDL reicht das oft nicht aus. Ob zusätzlich Medikamente sinnvoll sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand des Gesamtrisikos – nicht anhand eines einzelnen Werts.
Ein erhöhtes LDL wird in einem regulären Termin besprochen. Früher melden sollten Sie sich bei LDL ab 190 mg/dl, frühen Herzinfarkten in der Familie, Diabetes oder Nierenerkrankung. Erhöhtes LDL macht keine Beschwerden. Bei Brustschmerz, plötzlicher Atemnot, Lähmungen oder Sprachstörungen rufen Sie sofort 112.
Erstellt auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen folgender Organisationen:
Sie müssen die Zahlen nicht selbst deuten: Fotografieren Sie den Befund, und die App erklärt „LDL erhöht“ und alle weiteren Werte in einfacher Sprache — was normal ist und worauf Sie achten sollten.
App StoreGoogle PlayWeb-VersionFür die meisten Erwachsenen ja, denn selbst bei niedrigem Risiko liegt das Ziel unter 116 mg/dl. Wie dringend gehandelt werden sollte, hängt vom Gesamtrisiko ab.
Es gibt keinen einheitlichen Normwert. Je nach Risiko liegen die Ziele zwischen unter 116 und unter 55 mg/dl. Den passenden Zielwert legt die Ärztin oder der Arzt fest.
Weil der größte Teil des Cholesterins in der Leber gebildet wird und die Veranlagung eine große Rolle spielt. Auch Wechseljahre oder eine Schilddrüsenunterfunktion können das LDL erhöhen.
Direkt nur wenig. Stress wirkt vor allem über Schlafmangel, Ernährung und weniger Bewegung, die den Fettstoffwechsel ungünstig beeinflussen.
Gesamtcholesterin minus HDL. Es umfasst alle Teilchen, die Cholesterin in die Gefäßwände bringen können, und ist besonders bei hohen Triglyceriden aussagekräftig. Sein Zielwert liegt jeweils etwa 30 mg/dl über dem LDL-Ziel.
Nein, meist nicht. Bei sehr hohen, erblich bedingten Werten können gelbliche Ablagerungen an Sehnen oder Augenlidern auftreten. Meist fällt erhöhtes LDL nur im Labor auf.
Dieser Text dient der allgemeinen Information, ist kein ärztlicher Befund und ersetzt keine ärztliche Beratung. Referenzwerte hängen vom Labor und der Methode ab — maßgeblich ist der Bereich auf Ihrem eigenen Befund. Die abschließende Beurteilung trifft die Ärztin oder der Arzt.