In Deutschland legen die Mutterschafts-Richtlinien fest, welche Tests die Kasse zahlt. Gleich zu Beginn werden Blutgruppe mit Rhesusfaktor, Antikörpersuchtest, Hämoglobin, Syphilis-Suchtest, Hepatitis B und auf Wunsch HIV bestimmt, im Urin Chlamydien. Zwischen 23 und 27 Wochen folgen ein zweiter Antikörpersuchtest und der Zuckertest. Die Ergebnisse stehen im Mutterpass.
| Kategorie | Referenzbereich |
|---|---|
| So früh wie möglich | Blutgruppe + RhD, Antikörpersuchtest, Hb, Lues-Suchreaktion, HBsAg, HIV-Test (Angebot), Röteln-Antikörper ohne Impfnachweis; Urin: Chlamydien, Eiweiß, Zucker |
| Bei jeder Vorsorge (meist alle 4 Wochen) | Urin auf Eiweiß und Zucker, Blutdruck, Gewicht |
| Ab 11+0 SSW, nur RhD-negativ | Angebot: fetaler Rhesusfaktor aus mütterlichem Blut (NIPT-RhD) |
| 16.–17. SSW | erneuter Röteln-Test, wenn keine Immunität |
| 23+0 bis 26+6 SSW | zweiter Antikörpersuchtest (alle Schwangeren) |
| 24+0 bis 27+6 SSW | Zuckertest: 50 g Glukose, nicht nüchtern |
| 27+0 bis 29+6 SSW, nur RhD-negativ | Anti-D-Prophylaxe, falls nötig |
| Ab 6. Monat | Hb-Kontrollen; bei Hb unter 11,2 g/dl Zählung der roten Blutkörperchen |
Nach Mutterschafts-Richtlinien des G-BA, Fassung in Kraft seit 25.08.2026. SSW = Schwangerschaftswoche (z. B. 24+0 = 24 Wochen und 0 Tage).
Die erste Vorsorge soll möglichst früh nach Feststellung der Schwangerschaft stattfinden, bei der Frauenärztin, dem Frauenarzt oder der Hebamme. Aus dem Blut werden bestimmt:
Die Folgetermine finden meist alle vier Wochen statt, in den letzten zwei Monaten häufiger. Jedes Mal wird Mittelstrahlurin auf Eiweiß und Zucker geprüft: Eiweiß kann zusammen mit hohem Blutdruck ein Hinweis auf eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) sein, Zucker auf einen erhöhten Blutzucker. Eine bakteriologische Urinuntersuchung kommt nur bei Beschwerden oder erhöhtem Risiko dazu, etwa nach wiederholten Harnwegsinfekten oder einer früheren Frühgeburt. Hb wird im Regelfall ab dem 6. Monat erneut bestimmt.
Zwischen 23+0 und 26+6 SSW wird bei allen Schwangeren ein zweiter Antikörpersuchtest gemacht. Fehlte vorher eine Röteln-Immunität, wird in der 16. bis 17. Woche erneut getestet.
Zwischen 24+0 und 27+6 SSW wird allen Schwangeren der Test auf Schwangerschaftsdiabetes angeboten. Zuerst trinkst du 50 g Zuckerlösung, egal wann du zuletzt gegessen hast, und nach einer Stunde wird Blut abgenommen. Liegt der Wert zwischen 135 und 200 mg/dl (7,5–11,1 mmol/l), folgt zeitnah ein großer Test mit 75 g Zucker nach mindestens 8 Stunden Fasten. Ein Schwangerschaftsdiabetes liegt vor, wenn mindestens ein Wert erreicht wird: nüchtern 92 mg/dl (5,1 mmol/l), nach einer Stunde 180 mg/dl (10,0), nach zwei Stunden 153 mg/dl (8,5).
Bist du RhD-negativ, wird dir ab 11+0 SSW ein Bluttest angeboten, der den Rhesusfaktor des Kindes aus deinem Blut bestimmt (NIPT-RhD). Ist das Kind RhD-negativ, brauchst du keine Anti-D-Spritze. Sonst, oder wenn kein Ergebnis vorliegt, bekommst du zwischen 27+0 und 29+6 SSW eine Anti-D-Prophylaxe, sofern keine Anti-D-Antikörper nachgewiesen wurden. Das schützt künftige Schwangerschaften.
Ein Test auf Toxoplasmose und andere Infektionen ist laut Richtlinie bei begründetem Verdacht vorgesehen, nicht routinemäßig; ohne Verdacht wird er oft als IGeL angeboten. Der Bluttest auf Trisomie 13, 18 und 21 (NIPT) ist nur im Einzelfall Kassenleistung, wenn er für die ärztliche Begleitung geboten ist; ein statistisch erhöhtes Risiko allein reicht nicht. Vor jedem Test hast du Anspruch auf Beratung, und du kannst Tests ablehnen.
Der G-BA betont: Alle Vorsorgeuntersuchungen sind freiwillig, und als Kassen-Vorsorge zählen nur die Untersuchungen, die im Mutterpass aufgeführt sind. Den HIV-Test empfiehlt er jeder Schwangeren, weil eine Behandlung das Übertragungsrisiko auf das Kind auf unter ein Prozent senken kann.
Auffällige Werte besprichst du beim nächsten Vorsorgetermin oder früher, wenn die Praxis anruft. Sofort ärztliche Hilfe brauchst du bei Blutungen, starken Kopfschmerzen mit Sehstörungen, plötzlichen Schwellungen im Gesicht oder an den Händen, starken Oberbauchschmerzen oder wenn sich das Kind deutlich weniger bewegt. Das kann unabhängig von den Laborwerten auf eine Komplikation hinweisen.
Geprüft anhand von:
Sie müssen die Zahlen nicht selbst deuten: Fotografieren Sie den Befund, und die App erklärt „Blutwerte in der Schwangerschaft“ und alle weiteren Werte in einfacher Sprache — was normal ist und worauf Sie achten sollten.
App StoreGoogle PlayWeb-VersionZu Beginn Blutgruppe und Rhesusfaktor, Antikörpersuchtest, Hämoglobin, Syphilis-Suchtest, Hepatitis B, auf Wunsch HIV und bei fehlendem Impfnachweis Röteln. Später Antikörpersuchtest, Zuckertest und Hb-Kontrollen.
Zwischen 24+0 und 27+6 SSW. Der 50-g-Vortest wird nicht nüchtern gemacht; erst der 75-g-Test erfordert 8 Stunden Fasten.
Für die Routinetests meist nicht. Nüchtern sein musst du für den großen 75-g-Zuckertest. Frag bei anderen Zusatzwerten nach.
Im 75-g-Test genügt ein erreichter Grenzwert: nüchtern 92 mg/dl, nach 1 Stunde 180 mg/dl, nach 2 Stunden 153 mg/dl.
Nein. Die Mutterschafts-Richtlinien sehen den Test bei begründetem Verdacht vor. Ohne Verdacht ist er meist eine Selbstzahlerleistung.
Dieser Text dient der allgemeinen Information, ist kein ärztlicher Befund und ersetzt keine ärztliche Beratung. Referenzwerte hängen vom Labor und der Methode ab — maßgeblich ist der Bereich auf Ihrem eigenen Befund. Die abschließende Beurteilung trifft die Ärztin oder der Arzt.