Das kleine Blutbild zählt rote und weiße Blutkörperchen und Blutplättchen und misst Hämoglobin und Hämatokrit. Das große Blutbild fügt das Differentialblutbild hinzu, also die Aufteilung der weißen Blutkörperchen. Blutzucker, Leber-, Nieren- oder Schilddrüsenwerte gehören nicht dazu – sie werden extra angefordert.
| Kategorie | Referenzbereich |
|---|---|
| Hämoglobin Frauen | 12,0–16,0 g/dl |
| Hämoglobin Männer | 13,5–17,5 g/dl |
| Leukozyten | 4,0–10,0 /nl |
| Thrombozyten | 150–400 /nl |
| Erythrozyten | Frauen 4,0–5,2; Männer 4,5–5,9 /pl |
| MCV | 80–96 fl |
Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor und Messmethode: Maßgeblich ist der Referenzbereich auf Ihrem Befund.
Das kleine Blutbild wird vom Analysegerät aus einem EDTA-Röhrchen bestimmt. Es ist die häufigste Laboruntersuchung in der Hausarztpraxis und Bestandteil fast jedes Check-ups.
Beim großen Blutbild werden die Leukozyten in ihre Unterarten aufgeteilt: neutrophile Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten, eosinophile und basophile Granulozyten – jeweils in Prozent und als absolute Zahl. Fallen dem Gerät ungewöhnliche Zellen auf, schaut sich eine Fachkraft einen Blutausstrich unter dem Mikroskop an.
Das Differentialblutbild hilft zu unterscheiden, ob eher eine bakterielle Infektion (mehr Neutrophile), ein Virusinfekt (mehr Lymphozyten) oder eine Allergie (mehr Eosinophile) vorliegt. Es ersetzt aber keine weitere Diagnostik.
Ob kleines oder großes Blutbild sinnvoll ist, entscheidet die Praxis nach dem Anlass. Für eine Routinekontrolle oder die Verlaufskontrolle einer Blutarmut reicht oft das kleine. Bei Fieber, unklarer Müdigkeit, auffälligen Leukozyten oder vor bestimmten Behandlungen wird meist das große angefordert.
Das Blutbild liefert Hinweise, keine fertigen Diagnosen. Gut erkennbar sind:
Viele Menschen erwarten vom „großen Blutbild“ einen kompletten Gesundheitscheck. Schilddrüse, Leber, Niere, Blutzucker, Cholesterin, Vitamine und Eisenspeicher (Ferritin) sind nicht enthalten. Wenn Sie diese Werte wissen möchten, fragen Sie gezielt nach.
Auch Krebs lässt sich mit einem normalen Blutbild nicht ausschließen. Die meisten soliden Tumoren, etwa in Darm, Brust oder Lunge, verändern das Blutbild lange nicht. Umgekehrt bedeutet ein leicht abweichender Wert fast nie Krebs. Für die Früherkennung gibt es eigene Untersuchungen.
Für das kleine und große Blutbild müssen Sie nicht nüchtern sein. Werden gleichzeitig Blutzucker oder Blutfette bestimmt, verlangt die Praxis meist 8 bis 12 Stunden ohne Essen; Wasser ist erlaubt. Vermeiden Sie am Vortag intensiven Sport und viel Alkohol, beides kann einzelne Werte verschieben.
Wichtiger als Nüchternheit ist bei manchen Werten der Zeitpunkt: Kurz nach einem Infekt sind Leukozyten und Thrombozyten oft noch verändert, nach einer starken Regelblutung kann das Hämoglobin etwas niedriger ausfallen. Erwähnen Sie solche Umstände bei der Besprechung des Befundes, damit Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sie berücksichtigen kann.
Die Ergebnisse besprechen Sie mit der Praxis, die die Untersuchung veranlasst hat. Unabhängig vom Termin sofort ärztliche Hilfe holen sollten Sie bei hohem Fieber mit Schüttelfrost, ungewöhnlichen Blutungen oder vielen punktförmigen Hauteinblutungen, starker Atemnot oder Herzrasen schon in Ruhe. Im Notfall 112, sonst außerhalb der Sprechzeiten 116 117.
Erstellt auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen folgender Organisationen:
Sie müssen die Zahlen nicht selbst deuten: Fotografieren Sie den Befund, und die App erklärt „Kleines und großes Blutbild“ und alle weiteren Werte in einfacher Sprache — was normal ist und worauf Sie achten sollten.
App StoreGoogle PlayWeb-VersionErythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit, die Indizes MCV, MCH und MCHC, Leukozyten und Thrombozyten, je nach Gerät auch RDW und MPV.
Bluterkrankungen wie Leukämien fallen im Blutbild meist auf. Die meisten anderen Krebsarten verändern das Blutbild dagegen lange nicht – ein normales Blutbild schließt Krebs nicht aus, ein leicht abweichender Wert bedeutet ihn fast nie.
Nein. TSH, fT4 und fT3 müssen gesondert angefordert werden, genauso wie Leber-, Nieren- und Blutzuckerwerte.
Nein. Nur wenn gleichzeitig Blutzucker oder Triglyceride gemessen werden, sollten Sie nüchtern kommen.
Das Blutbild ist eine der schnellsten Laboruntersuchungen. Im Praxislabor oder Krankenhaus liegt es oft nach wenigen Stunden vor, bei Einsendung an ein externes Labor meist am nächsten Werktag.
Bei medizinischem Anlass übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Als Selbstzahlerleistung liegt der Preis je nach Praxis meist im niedrigen zweistelligen Euro-Bereich.
Dieser Text dient der allgemeinen Information, ist kein ärztlicher Befund und ersetzt keine ärztliche Beratung. Referenzwerte hängen vom Labor und der Methode ab — maßgeblich ist der Bereich auf Ihrem eigenen Befund. Die abschließende Beurteilung trifft die Ärztin oder der Arzt.