So wird gerechnet
BMI = Gewicht (kg) ÷ Größe (m)². Die Größe in Zentimetern wird durch 100 geteilt: Bei 170 cm und 65 kg ist der BMI = 65 ÷ 1,7² ≈ 22,5. Das Ergebnis wird auf eine Nachkommastelle gerundet.
Taille-zu-Größe-Verhältnis = Taillenumfang (cm) ÷ Körpergröße (cm), gerundet auf zwei Nachkommastellen. Beide Maße in derselben Einheit.
Die BMI-Klassen folgen der WHO: unter 18,5 Untergewicht, 18,5 bis unter 25 Normalgewicht, 25 bis unter 30 Übergewicht, ab 30 Adipositas Grad I, ab 35 Grad II, ab 40 Grad III. Ein Wert genau auf der Grenze zählt zur höheren Klasse: Ein BMI von genau 25 gilt bereits als Übergewicht.
Das Taille-zu-Größe-Verhältnis folgt NICE (2022): 0,4 bis unter 0,5 gesund, 0,5 bis unter 0,6 erhöhtes Risiko, ab 0,6 hohes Risiko.
Das gesunde Gewicht für Ihre Größe reicht von 18,5 × Größe² bis 24,9 × Größe² (Größe in Metern).
Gut zu wissen
Was die beiden Werte zeigen
Der BMI zeigt schnell, ob Gewicht und Größe zusammenpassen, unterscheidet aber nicht zwischen Muskeln und Fett und sieht nicht, wo das Fett sitzt. Bauchfett hängt enger mit Typ-2-Diabetes und Herzkrankheiten zusammen als Fett an den Hüften. Deshalb rät NICE Erwachsenen seit 2022, zusätzlich den Taillenumfang zu messen und ihn unter der halben Körpergröße zu halten.
Besonders aussagekräftig ist das Taille-zu-Größe-Verhältnis bei einem BMI unter 35: Wer einen „normalen“ BMI, aber viel Bauchumfang hat, kann ein höheres Risiko tragen als jemand mit Übergewicht und schmaler Taille.
Wann der BMI täuscht
Bei Sportlern und sehr muskulösen Menschen überschätzt der BMI den Fettanteil – das Gewicht stammt aus Muskeln. Bei Älteren ist es umgekehrt: Mit dem Alter nimmt die Muskelmasse ab, und ein normaler BMI kann viel Fett verbergen. Zudem schadet im höheren Alter ein wenig Übergewicht nicht immer; Ziele bespricht man besser in der Praxis.
Bei Menschen asiatischer Herkunft steigt das Risiko für Diabetes und Herzkrankheiten schon bei niedrigerem BMI, daher verwenden WHO und NICE für sie niedrigere Grenzwerte. NICE empfiehlt ähnliche Anpassungen für Menschen nahöstlicher, afrikanischer und afrokaribischer Herkunft.
Unter 18 Jahren gelten die Erwachsenengrenzen nicht: Der BMI von Kindern und Jugendlichen wird mit Perzentilkurven für Alter und Geschlecht beurteilt. In der Schwangerschaft wird der BMI nicht aus dem aktuellen Gewicht berechnet – maßgeblich ist das Gewicht vor der Schwangerschaft, die Zunahme beurteilen Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Gesundes Gewicht ist eine Orientierung, kein Ziel
Der gesunde Gewichtsbereich entspricht einem BMI von 18,5 bis 24,9 bei Ihrer Größe. Er ist eine Orientierung: Auch Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin, Bewegung und Wohlbefinden zählen. Liegt Ihr Gewicht darüber, bringt schon eine Abnahme um wenige Prozent einen Nutzen.
Dieser Rechner ist eine Orientierungshilfe, keine Diagnose. Referenzbereiche unterscheiden sich zwischen Laboren, und das Ergebnis hängt von Ihrer Gesundheit, Medikamenten und weiteren Werten ab. Besprechen Sie es mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Häufige Fragen
Welcher BMI ist normal?
Bei Erwachsenen nach WHO 18,5 bis unter 25. Unter 18,5 spricht man von Untergewicht, ab 25 von Übergewicht, ab 30 von Adipositas. Die Grenzen gelten für Männer und Frauen gleich.
Wie misst man den Taillenumfang richtig?
Im Stehen, auf der Haut, nach normalem Ausatmen. Das Maßband waagerecht in der Mitte zwischen unterster Rippe und Oberkante des Beckenknochens anlegen – das ist nicht immer auf Höhe des Bauchnabels. Bauch nicht einziehen, Band nicht straff ziehen.
Warum zeigt der BMI Übergewicht, obwohl ich viel Sport mache?
Der BMI zählt das gesamte Gewicht, auch die Muskeln, und überschätzt deshalb bei muskulösen Menschen das Fett. Aussagekräftiger ist dann das Taille-zu-Größe-Verhältnis: Liegt es im gesunden Bereich, gibt es wahrscheinlich keinen Grund zur Sorge.
Ist der Rechner für Kinder oder Schwangere geeignet?
Nein. Unter 18 Jahren wird der BMI mit Perzentiltabellen für Alter und Geschlecht beurteilt – das übernimmt die Kinderarztpraxis. In der Schwangerschaft zählen der BMI vor der Schwangerschaft und die Gewichtszunahme je nach Schwangerschaftswoche.
Was ist wichtiger – BMI oder Taille?
Am besten beide betrachten. Der BMI beschreibt das Gewicht insgesamt, die Taille das Bauchfett, das enger mit dem Risiko für Herz und Stoffwechsel verbunden ist. Liegen beide im Bereich, ist das ein gutes Zeichen; weicht einer ab, lohnt sich ein Gespräch in der Praxis.
Quellen
Formeln und Grenzwerte nach klinischen Leitlinien – Quellen unten.
- World Health Organization. Obesity: preventing and managing the global epidemic. WHO Technical Report Series 894. Geneva: WHO; 2000.
- NICE guideline NG246 / CG189 update (2022): waist-to-height ratio to assess central adiposity.