App installieren

Leukozyten erhöht: was ein hoher Wert bedeutet

Erhöhte Leukozyten (Leukozytose) bedeuten mehr als etwa 10 /nl weiße Blutkörperchen im Blut. Am häufigsten ist es eine normale Abwehrreaktion auf einen Infekt oder eine Entzündung. Auch Rauchen, Stress, Sport, Schwangerschaft oder Kortison treiben den Wert nach oben. Werte bis etwa 12–15 /nl ohne Beschwerden sind meist kein Grund zur Sorge.

Aktualisiert: 2026-10-26

Referenzwerte

KategorieReferenzbereich
Erwachsene4,0–10,0 /nl
Leichte Leukozytose10–15 /nl
Deutliche Leukozytoseüber 20–25 /nl
Schwangerschaftbis ca. 15 /nl möglich

Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor und Messmethode: Maßgeblich ist der Referenzbereich auf Ihrem Befund. Achtung: „Leukozyten im Urin“ ist ein anderer Test und hat eine andere Bedeutung.

Was bedeutet es, wenn die Leukozyten erhöht sind?

Der Körper schickt mehr Abwehrzellen ins Blut, wenn er sie braucht. Das kann innerhalb von Stunden passieren und sich ebenso schnell wieder legen. Deshalb sagt ein einzelner erhöhter Wert ohne Kontext wenig; aussagekräftig wird er mit Differentialblutbild, CRP und Ihren Beschwerden.

Bei einer bakteriellen Infektion steigen typischerweise die Neutrophilen, bei Viren eher die Lymphozyten, bei Allergien die Eosinophilen. Welche Zellart erhöht ist, verrät oft mehr als die Gesamtzahl.

Häufige Ursachen für erhöhte Leukozyten

Leukozyten zu hoch: ab wann gefährlich?

Eine feste Gefahrengrenze gibt es nicht. Werte zwischen 10 und 15 /nl sind bei Infekten, Rauchern und nach Stress sehr häufig. Über 20–25 /nl ohne erklärenden Infekt, über Wochen anhaltend steigende Werte oder unreife Zellen im Ausstrich (Blasten) erfordern eine zügige Abklärung.

Wichtig sind auch die anderen Zellreihen. Leukozyten von 13 /nl mit Halsschmerzen und Fieber, aber normalem Hämoglobin und normalen Thrombozyten sind etwas ganz anderes als 30 /nl mit Blutarmut und wenigen Blutplättchen.

Leukozyten erhöht, CRP normal – oder umgekehrt?

Leukozyten und CRP werden oft zusammen bestimmt, reagieren aber unterschiedlich schnell. Bei einer frischen bakteriellen Infektion steigen die Leukozyten innerhalb von Stunden, das CRP folgt nach 12 bis 24 Stunden. Erhöhte Leukozyten mit normalem CRP sprechen eher gegen eine relevante bakterielle Entzündung und passen gut zu Rauchen, Stress, Sport oder Kortison.

Umgekehrt können bei Virusinfekten oder älteren Menschen die Leukozyten normal bleiben, obwohl das CRP erhöht ist. Deshalb werden beide Werte gemeinsam und mit dem Verlauf betrachtet.

Was tun bei erhöhten Leukozyten?

Liegt eine erkennbare Ursache vor, etwa ein Infekt, wird der Wert nach dessen Abklingen kontrolliert, meist nach zwei bis vier Wochen. Ohne erkennbaren Grund bestimmt die Ärztin oder der Arzt in der Regel das Differentialblutbild, CRP und eventuell einen Blutausstrich.

Eine Ernährung, die Leukozyten gezielt senkt, gibt es nicht. Sinnvoll ist, die Ursache zu behandeln und Risikofaktoren wie Rauchen zu reduzieren.

Wann zum Arzt?

Ein leicht erhöhter Wert ohne Beschwerden kann beim nächsten regulären Termin besprochen werden. Schneller ärztliche Hilfe brauchen Sie bei:

Quellen

Erstellt auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen folgender Organisationen:

Laden Sie Ihren Befund hoch — Ponyatno erklärt jeden Wert

Sie müssen die Zahlen nicht selbst deuten: Fotografieren Sie den Befund, und die App erklärt „Leukozyten erhöht“ und alle weiteren Werte in einfacher Sprache — was normal ist und worauf Sie achten sollten.

App StoreGoogle PlayWeb-Version

Häufige Fragen

Was bedeutet es, wenn die Leukozyten erhöht sind?

Es sind mehr weiße Blutkörperchen im Blut als üblich. Meist reagiert der Körper damit auf einen Infekt, eine Entzündung oder Stress. Die genaue Bedeutung ergibt sich aus dem Differentialblutbild und den Beschwerden.

Ab wann sind erhöhte Leukozyten gefährlich?

Leichte Erhöhungen bis etwa 15 /nl sind häufig harmlos. Werte über 20–25 /nl ohne erklärenden Infekt, dauerhaft steigende Werte oder Veränderungen bei Hämoglobin und Thrombozyten sollten zügig abgeklärt werden.

Können Leukozyten durch Stress erhöht sein?

Ja. Akuter körperlicher oder seelischer Stress setzt Hormone frei, die Neutrophile aus den Gefäßwänden ins Blut spülen. Der Effekt ist meist mild und vorübergehend.

Sind erhöhte Leukozyten ein Zeichen für Krebs?

Selten. Bei Leukämien sind die Werte meist stark erhöht und es finden sich unreife Zellen. Die große Mehrheit leicht erhöhter Leukozyten hat Infekte, Rauchen oder Stress als Ursache.

Leukozyten 12 – ist das schlimm?

Ein Wert um 12 /nl ist eine leichte Erhöhung, wie sie bei Infekten, bei Rauchern oder nach Stress häufig vorkommt. Ohne Beschwerden und bei normalem Differentialblutbild wird er meist nach einigen Wochen kontrolliert.

Was ist der Unterschied zu Leukozyten im Urin?

Leukozyten im Urin werden mit einem Urinstreifen gemessen und deuten oft auf eine Harnwegsinfektion hin. Erhöhte Leukozyten im Blut sind ein anderer Befund aus dem Blutbild.

Dieser Text dient der allgemeinen Information, ist kein ärztlicher Befund und ersetzt keine ärztliche Beratung. Referenzwerte hängen vom Labor und der Methode ab — maßgeblich ist der Bereich auf Ihrem eigenen Befund. Die abschließende Beurteilung trifft die Ärztin oder der Arzt.