Eine erhöhte Blutsenkung (BSG, auch BKS) zeigt, dass die roten Blutkörperchen im Röhrchen schneller absinken als üblich – meist, weil bestimmte Eiweiße im Blut vermehrt sind. Das passiert bei Entzündungen und Infekten, aber auch bei Blutarmut, in der Schwangerschaft und mit zunehmendem Alter. Die BSG ist ein grober Suchwert: Sie zeigt, dass etwas los sein kann, aber nicht was.
| Kategorie | Referenzbereich |
|---|---|
| Frauen unter 50 Jahre | bis 20 mm/h |
| Frauen über 50 Jahre | bis 30 mm/h |
| Männer unter 50 Jahre | bis 15 mm/h |
| Männer über 50 Jahre | bis 20 mm/h |
| Faustregel Obergrenze | Frauen (Alter + 10) : 2, Männer Alter : 2 |
Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor und Messmethode: Maßgeblich ist der Referenzbereich auf Ihrem Befund. Angegeben ist der Wert nach einer Stunde (Methode nach Westergren).
Für die BSG wird Blut mit einem Gerinnungshemmer in ein senkrechtes Röhrchen gefüllt. Nach einer Stunde misst man, wie viele Millimeter klares Plasma sich oben gebildet haben. Bei Entzündungen produziert die Leber mehr Eiweiße wie Fibrinogen und Immunglobuline; sie lassen die roten Blutkörperchen zusammenkleben, die dann schneller sinken.
Weil so viele Faktoren mitspielen, ist die BSG unspezifisch. Sie ist preiswert und eignet sich, um bekannte Entzündungskrankheiten im Verlauf zu beobachten, sagt aber allein wenig über die Ursache.
Das ist eine der häufigsten Fragen zum Befund. Das CRP reagiert schnell: Es steigt innerhalb von Stunden und fällt nach Abklingen einer Entzündung in wenigen Tagen. Die BSG ist träge, sie steigt langsamer und braucht Wochen, um sich zu normalisieren. Eine erhöhte BSG bei normalem CRP sieht man daher oft nach einem gerade überstandenen Infekt.
Andere häufige Gründe für diese Kombination sind Blutarmut, Schwangerschaft, höheres Alter, Übergewicht und Nierenerkrankungen – also Faktoren, die die BSG beeinflussen, ohne dass eine aktive Entzündung vorliegt. Bleibt die BSG ohne Erklärung deutlich erhöht, prüft die Praxis meist die Eiweißverteilung im Blut (Serum-Elektrophorese).
Sind beide Werte erhöht, spricht das für eine aktuelle Entzündung. Die Höhe des CRP hilft dann meist mehr als die BSG, die Stärke einzuschätzen. Zusammen mit dem Differentialblutbild, den Beschwerden und der Untersuchung sucht die Ärztin oder der Arzt nach dem Ort der Entzündung – Atemwege, Harnwege, Gelenke, Darm oder Zähne.
Eine BSG knapp über dem Normbereich, etwa 25 mm/h bei einer 55-jährigen Frau, ist sehr häufig und meist ohne Bedeutung. Stress allein erhöht die BSG nicht wesentlich, ein zurückliegender Infekt, Übergewicht oder eine leichte Blutarmut dagegen schon. Üblich ist eine Kontrolle nach einigen Wochen zusammen mit CRP und Blutbild.
Hilfreich für das Gespräch: Hatten Sie in den letzten Wochen einen Infekt, eine Impfung oder eine Verletzung? Nehmen Sie Hormonpräparate? Solche Informationen erklären viele leicht erhöhte Werte.
Besprechen Sie einen auffälligen Wert mit Ihrer Hausarztpraxis. Zeitnah ärztlich abklären sollten Sie eine erhöhte BSG zusammen mit:
Erstellt auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen folgender Organisationen:
Sie müssen die Zahlen nicht selbst deuten: Fotografieren Sie den Befund, und die App erklärt „Blutsenkung erhöht“ und alle weiteren Werte in einfacher Sprache — was normal ist und worauf Sie achten sollten.
App StoreGoogle PlayWeb-VersionDass die roten Blutkörperchen schneller absinken als üblich. Häufig steckt eine Entzündung oder ein Infekt dahinter, aber auch Blutarmut, Schwangerschaft und das Alter erhöhen die BSG. Allein ist sie kein Beweis für eine Krankheit.
Bei Frauen unter 50 Jahren bis etwa 20 mm/h, über 50 Jahren bis etwa 30 mm/h. Faustregel für die Obergrenze: Alter plus 10, geteilt durch 2. Maßgeblich ist der Bereich Ihres Labors.
Meist nicht. Die BSG normalisiert sich nach Infekten langsamer als das CRP und wird auch von Blutarmut, Alter und Schwangerschaft beeinflusst. Bleibt sie ohne Erklärung deutlich erhöht, wird weiter abgeklärt.
Kaum. Seelischer Stress verändert die BSG nicht wesentlich. Eher wirken ein kürzlicher Infekt, Übergewicht oder eine Blutarmut.
In den meisten Fällen nicht. Infekte und Entzündungen sind viel häufiger. Sehr hohe Werte ohne Erklärung, besonders mit Knochenschmerzen oder Gewichtsverlust, werden aber gezielt untersucht.
Dieser Text dient der allgemeinen Information, ist kein ärztlicher Befund und ersetzt keine ärztliche Beratung. Referenzwerte hängen vom Labor und der Methode ab — maßgeblich ist der Bereich auf Ihrem eigenen Befund. Die abschließende Beurteilung trifft die Ärztin oder der Arzt.